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Das Projekt Party Manual wurde im Juli 2005 im Rahmen des Performancefestivals Stromereien im Tanzhaus Wasserwerk in Zürich uraufgeführt. ZUM RAUM Die gesamte Ausstattung der uns zur Verfügung stehenden Fläche wird als eine authentische Nachahmung einer Partykulisse konzipiert. Die dazugehörigen grundlegenden Elemente wie: Musikanlage, Discokugel, Beleuchtung und Barbetrieb geben die übliche Atmosphäre wider. Erst auf den zweiten Blick wird die Kraft, die den gesamten Mechanismus in Bewegung bringt, ersichtlich. Die komplette Einrichtung wird manuell, durch den permanenten Einsatz menschlicher Energie betrieben. Die Discokugel und die Lichtanlage werden über einen Laufrad in Schwung gebracht. Die Barbeleuchtung erfolgt über den Antrieb mechanischer fahrradbasierter Kurbelgeräte. Für die Stromversorgung des Verstärkers treten ununterbrochen drei Paar Füsse auf die Pedale. Der Plattenteller wird im Laufe des Abends von DJs, an ihre Fahramplitude unmittelbar gekoppelt, ebenfalls über die Pedale angetrieben. Das Bild ergänzt eine mechanische Getränkekühlvorrichtung an der Bar. ZUM ABLAUF An einer Temporäreinstellung interessierte Stellensuchende werden per Zeitungsanzeige aufgefordert, während der Veranstaltung vor Ort zu erscheinen. An der im selben Raum eingerichteten Arbeitsvermittlungsstelle wird das vereinbarte Arbeitsverhältnis vertraglich festgehalten und eine, dem Arbeitsplatz zugewiesene Stoppuhr aufgezogen. Die Arbeitskräfte werden mit einem tiefen Stundensatz vergütet und während der Arbeitszeit mit Trinkwasser und Schweisstüchern versorgt. Die eingeladenen DJs werden vom Team der Party Manual engagiert und legen im Stundentakt abwechselnd auf. Da der direkte Antrieb des Plattentellers sich auf die Soundqualität unmittelbar auswirkt, sind hier zum einen die Konzentrations- und Gleichlauffähigkeiten gefragt, zum anderen bietet die besondere Beschaffenheit der DJ-Vorrichtung einige Improvisationsmöglichkeiten im Vor- und Rücklauf. ZUR MOTIVATION Mit der Zerlegung der Eventkulisse in einzelne, allein durch menschliche Anstrengung zum Funktionieren gebrachte Mechanismen, wird nun das "natürliche" Konsumieren des Publikums entnaturalisiert. Durch die beinah karikaturistische Diskrepanz zwischen der Lockerheit des nächtlichen Freizeitangebotes und der unangemessenen physischen Investition der Angestellten wird bei den Besuchern das Nachdenken darüber ausgelöst, welche Selbstverständlichkeiten ökonomischer, sozialer und ökologischer Art unsere Gesellschaft heute immer weniger zu hinterfragen vermag. Die spielerisch verkürzte, plakative Rollenverteilung unter den Anwesenden spiegelt ausserdem die gegenwärtig vorherrschenden Arbeitsverhältnismechanismen wieder, deren selbstverständliche gesellschaftliche Akzeptanz und Übereinstimmung mit scheinbaren Gesetzmässigkeiten des "Produktion - Konsum - Schemas" Party Manual näher auszuleuchten versucht. |
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